Wir wollen Ihnen einen kurzen Einblick in das Leben eines Wachkomapatienten geben.
Wie steht es mit dem Umbau des Elternhauses.
Welche Therapien laufen gerade.
Desweiteren werden die Eltern von Tobias alle paar Monate etwas Berichten.
|
|
Bericht der Eltern Teil 3 |
|
|
|
Infos zu Wachkomapatienten -
Infos zu Tobi
|
|
Geschrieben von: Helmut Kellndorfer
|
|
Freitag, den 28. Mai 2010 um 11:20 Uhr |
|
"Wir, die Eltern von Tobias, haben angesichts der Schwere der Unfallverletzung und des Folgezustandes zwischenzeitlich gelernt, Fortschritte im Genesungsprozeß in einem anderen Kontext zu sehen. Denn Dinge, die ein halbwegs gesunder und mobiler Mensch täglich und immer wiederkehrend als gegeben und selbstverständlich ansieht und entgegen nimmt, haben im Miteinander mit Tobias eine völlig neue Bedeutung erhalten. Eigentlich sind diese Dinge und die damit verbundenen Erlebnisse mit Worten nicht auszudrücken. Jedenfalls sind es für uns glückseelige Momente, wenn Tobias für Augenblicke die Zehen oder den Kopf bewegt oder ein langes, wenn auch mehr seufzendes aaaahhh... ertönen läßt! Das sind kleine Wunder und ein großes Wunder durften wir ohnehin bereits erleben: Nämlich das erfolgreiche wegtrainieren der Kehlkopfkanülle zu Hause! Wir betonen bewußt "zu Hause", denn es wird nicht oft vorkommen, daß so etwas ohne Klinikaufenthalt zu erreichen ist. Das Schluck-, Stimm- und Atemtraining kann seither wieder auf natürlicher organischer Grundlage aufgebaut und durchgeführt werden. Dies versetzt Tobias überhaupt erst wieder in die Lage, auf natürliche Weise zu riechen und zu schmecken und erste winzige orale Gaben von Babykost ohne störenden und quälenden Fremdkörper im Hals zu sich zu nehmen Eine Anforderung ganz anderer Art wird Tobias in der Physiotherapie abverlangt! Erste Versuche des (passiven) Stehens sind eine wichtige Voraussetzung, daß er sich wieder körperlich spüren lernt. Wer Tobias kennt, weiß, daß er ein Bewegungsmensch ist und man sieht es ihm in so Therapiesituationen förmlich an, wie er diese Bewegungen erträgt, wie er sie auch will, vielleicht auch weil sie ihn daran erinnern, daß das was in solchen Momenten mit ihm und an ihm gemacht wird, sein Körper ist. Wir möchten diesen kurzen Bericht mit einem Zitat unbekannter Herkunft beenden: "Die Wege des Lebens sind manchmal unergründlich. Zur rechten Zeit wird sich das Richtige tun. Nur Geduld!" Herzliche Grüße Helmut und Berta
|
|
Bericht der Eltern Teil 2 |
|
|
|
Infos zu Wachkomapatienten -
Infos zu Tobi
|
|
Geschrieben von: Helmut Kellndorfer
|
|
Montag, den 25. Januar 2010 um 19:14 Uhr |
Liebe Freunde von Tobias!
Anscheinend erwarten einige oder möglicherweise nicht wenige von Euch ein aktuelles Foto von Tobias. So ein Foto könnte – so klingt das leise durch – die Anteilnahme am Schicksal von Tobias lebendig halten oder ein Beleg dafür sein, dass es mit Tobias aufwärts geht.
Als wir uns Ende Mai d.J. mit Tobias auf dem Weg nach Hause gemacht haben, verabschiedete ich mich im Therapiezentrum mit den Worten „wir melden uns, wenn Tobias zum ersten mal wieder lacht“. Wir möchten diese Aussage auch auf das Foto-Ansinnen übertragen: bitte habt noch etwas Geduld, vielleicht ist es uns allen vergönnt, 2010 erstmals wieder einen lachenden Tobias zu erleben.
|
|
Weiterlesen...
|
|
Infos zu Wachkomapatienten -
Infos zu Tobi
|
|
Geschrieben von: Helmut Kellndorfer
|
|
Donnerstag, den 10. September 2009 um 13:35 Uhr |
Wo bekommt man selbst Hilfe und welche Förderungen gibt es ?Jedes gute und seriöse Therapiezentrum verfügt über einen Psychologen und Sozialdienst und sie helfen den Angehörigen in der Zeit des stationären Aufenthalts mit der Situation besser fertig zu werden. Weitere Hilfe, vor allem für die Zeit zu Hause, bietet der Selbsthilfeverband „Schädel-Hirnpatienten in Not e.V.“, Bayreuther Str. 33, 92224 Amberg, an. Hat man dann auch noch das Glück, viele Freunde von Tobias um sich zu haben, die sowohl menschlich als auch finanziell (durch den ins Leben gerufenen Förderverein) helfen,dann wird das Alleingelassensein zumindest phasenweise erträglicher. Umfassende Informationen rund um das Thema „Wachkoma“ können im Internet unter http://www.wachkoma-hilden.de/homepage/info/info_1.htmabgerufen werden. |
|
Weiterlesen...
|
|
|
|
Infos zu Wachkomapatienten -
Infos zu Tobi
|
|
Geschrieben von: Helmut Kellndorfer
|
|
Donnerstag, den 10. September 2009 um 12:29 Uhr |
Wie kann man den Betroffenen helfen? Wenn jemand stumm und hilflos ist, wird diese Frage von Aussenstehenden nie befriedigend zu beantworten sein! Emotionen, Eigenprojektionen und ein überborstendes und undurchschaubares Regelwerk von Verordnungen und Gesetzen bestimmen in hohem Maße das Tun und Verhalten von Angehörigen, Leistungserbringern und Bürokraten. Es gibt verschiedene Ebenen der Hilfe – die menschliche, die fachkundige und die finanzielle. Menschlich soll heißen, dass der Betroffene von Anfang an so oft und so viel wie möglich von seinen nächsten Angehörigen begleitet wird. Der Betroffene wird immer die Nähe seiner Liebsten spüren in einer Welt von fremden Personen und kalter Gerätetechnik. Fachkundig soll heißen, dass der Betroffene nur solange wie unbedingt nötig in der Akutbehandlung verbleibt und so schnell wie möglich in eine geeignete therapeutische Einrichtung kommt und dort auch solange bleiben kann bis restlos und zweifelsfrei alle Besserungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Doch Mängel und Willkür ziehen sich durch unser Gesundheits- und Sozialsystem wie wir erfahren mussten. |
|
Weiterlesen...
|
|
|
|
|
Infos zu Wachkomapatienten -
Infos zu Tobi
|
|
Geschrieben von: Helmut Kellndorfer
|
|
Donnerstag, den 10. September 2009 um 12:26 Uhr |
Wie geht man mit der Situation um, plötzlich einen Wachkomapatienten im Hause zu haben? Also, man hat nicht plötzlich einen Wachkomapatienten im Haus! Man hat in erster Linie einen Angehörigen, hier den Sohn zu Hause. Der Weg dorthin ist ein langer Weg, ein Weg, der anfangs, nachdem Notoperationen überstanden sind und unmittelbare Lebensgefahr nicht mehr besteht, überhaupt keinen Raum lässt für Gedanken an so etwas wie Wachkoma. Als dann Tobias nach 2 Wochen langsam aus dem künstlichen Koma heraus geholt wird und die Augen aufschlägt, befällt uns erst einmal eine bis dahin kaum gekannte Dankbarkeit und Glückseligkeit. Die Bewegungen, all die anderen, für uns selbstverständlichen Lebensfunktionen, werden schon wieder zurückkehren – so unser anfängliches Denken. Selbst als Tobias 3 Wochen nach dem Unfall in das Therapiezentrum verlegt wird, die Therapien, das Durchbewegen und das Aufrichten des schlaffen und bewegungsunfähigen Körpers beginnen, begleitet uns eine ungebrochene Zuversicht und Hoffnung: Der Tobias ist ein Kämpfer, wenn es jemand schafft, dann er! |
|
Weiterlesen...
|
|
Bericht der Eltern Teil 1 |
|
|
|
Infos zu Wachkomapatienten -
Infos zu Tobi
|
|
Geschrieben von: Helmut Kellndorfer
|
|
Dienstag, den 21. Juli 2009 um 07:45 Uhr |
Liebe Freunde von Tobias!
Viele von Euch wollen erfahren, wie es Tobias geht. Es ist nicht leicht, darüber zu berichten. Denn es stellt sich die Frage, von welchem Standpunkt aus, ich eine Antwort suche oder erwarte.
Denken wir an Tobias wie er vor dem 2.11.2008 war, ist die Erinnerung an das Gewesene am schmerzlichsten. Tobias sind derzeit wichtige körperliche Funktionen genommen: beinahe jegliche Bewegungsmöglichkeit, das Sprechen, die Nahrungsaufnahme über den Mund. Geblieben sind das Hören, das Atmen, hoffentlich auch das Sehen.
Lege ich der Beschreibung den Zustand zugrunde wie Tobias am 24.5.2009 nach Hause kam, können wir feststellen, dass es ihm besser geht: das Erbrechen hat abgenommen, der Allgemeinzustand ist stabiler geworden, Tobias nimmt wieder bewusster wahr und zeigt dies bei Zustimmung durch Lidschluss, die Schluckfähigkeit wird besser, leichte Kopfbewegungen stellen sich ein, die Spannkraft im Oberkörper nimmt zu. Somit können die Therapien langsam und kontinuierlich gesteigert werden.
Nun gibt es aber noch Ebenen, über deren Existenz heute relativ oft geschrieben und geredet wird, die aber mit Ausnahme in der anthroposophischen Heilkunde beim Krankheits- und Heilungsprozess eines Menschen kaum eine Rolle spielen. Es sind dies Seele und Geist. Wenn wir gefragt würden, ob bei dem Unfall auch diese Wesensbereiche verletzt worden sind, wäre die Antwort „nein“! Die friedvolle Atmosphäre die Tobias ausstrahlt seit er wieder zu Hause ist, lässt uns erahnen was gemeint ist, wenn gelegentlich davon gesprochen wird, dass die sichtbare Welt und damit auch der menschliche Körper nur einen geringen Prozentsatz der tatsächlichen Wirklichkeit abbildet. Zu dieser Wirklichkeit zählen Seele und Geist und gerade sie sind es, die das derzeitige Lebens- und Erscheinungsbild von Tobias besonders prägen.
Helmut und Berta Kellndorfer, Eltern |
|
|
|
|
|
|